Kampagne 2018

Familien haben's schwer

Zuhause für jeden

Familie mit ihrem Wohnzimmer auf der StraßePlakat der Caritas-Kampagne 2018Deutscher Caritasverband, Fotograf: Darius Ramazani

Die Wohnungsnot birgt gesellschaftspolitisches Konfliktpotenzial. Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen führt dazu, dass immer mehr Menschen auf dem Wohnungsmarkt chancenlos "außen vor" bleiben. Diese Ausgrenzung führt zu Frustration und Resignation und gefährdet den sozialen Zusammenhalt.

Betroffen sind vor allem Familien, sagen die Wohnraumberater der Caritas Bremen Niels Warnken und Nico Canada Parro. Sie unterstützen Geflüchtete, eigene Wohnungen zu finden.

Ihre Erfahrung ist: "Die eine Hälfte läuft über Online-Suchportale, die andere Hälfte über eine offizielle Vergabe über die GEWOBA. Allerdings handelt es sich bei der GEWOBA meist um kleinere Wohnungen, größere Familien unterzubringen ist schwer." Bei den Vergaben sind ca. 30 Kollegen von anderen Trägern, die ebenfalls Wohnungen suchen. Oft geht man mit leeren Händen.

Es fehlen günstige Wohnungen. In den 60er und 70er Jahren entstand in Bremen geförderter Wohnraum. Danach entstand eine Lücke. Irgendwann stiegen die Kaufpreise und die Eigentümer mussten zur Finanzierung die Preise erhöhen. Aufgrund der niedrigen Zinsen suchen aktuell viele Investoren nach Neubauprojekten. Doch was derzeit etwa in der Überseestadt entsteht, wird für Menschen mit wenig Geld nicht bezahlbar sein.

So mancher Vermieter ist skeptisch: In Bremen zahlt die Behörde zwar die Miete für Geflüchtete - die Höhe hängt von der Familiengröße ab. Aber das Geld geht auf das Konto der Flüchtlinge und nicht direkt auf das des Vermieters. "Wenn Vermieter sagen, auf der Bewerberliste stünden schon 80 Leute, wissen wir: Es wird nicht klappen."

Ins Umland wollen Familien häufig nicht ziehen. "Nach all dem Erlebten möchten viele nicht schon wieder ihre gewohnte Umgebung, ihren Schutzraum verlassen." Eine Verschärfung zur Zeit können die beiden Wohnraumberater der Caritas Bremen nicht feststellen. "Es ist ein Sommer-Winter-Geschäft, den Jahreswechsel spüren wir und den Semesterbeginn."



Familien, die in der Bremer Innenstadt erste Zuflucht gefunden haben, möchten nicht weit

Dort allerdings sind geht es in der Regel um kleinere Wohnungen.