Freunde finden und einander
zuhören - für die Mitglieder der „Mittwochsgruppe“ des Caritasverbands Bremen
e. V. ist das wöchentliche Treffen im Gemeindehaus St. Elisabeth in der
Suhrfeldstraße ein Höhepunkt in ihrem schwierigen Alltag.
Einen herzlichen Empfang bereiteten
die Teilnehmer am Mittwoch Bürgerschaftspräsident Christian Weber im
Gemeindezentrum der Auferstehungsgemeinde in der Drakenburger Straße. Dort ist
die Gruppe wegen Renovierungsarbeiten am eigentlichen Standort für ein Jahr zu
Gast.
Der prominente Besuch gehörte
zu einer Reihe von jährlichen Projektbesuchen der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe,
deren Vorstandsvorsitzender der Bürgerschaftspräsident ist.
Die „Mittwochsgruppe“ besteht
aus 16 Menschen zwischen 25 und 62 Jahren mit unterschiedlichen, zum Teil sehr
schweren Beeinträchtigungen. Die Teilnehmer sind „Rollifahrer“ und andere
körperlich Behinderte mit zum Teil sehr starken Einschränkungen ihrer
Beweglichkeit, mit gravierenden Hörschädigungen und Sprechproblemen oder
psychischen Behinderungen. „Da müssen wir uns erst einmal einhören“, erklärt
Johannes Dieckmann, „und dann klappt es wunderbar“.
Die Besucher der
Mittwochsgruppe werden von Ehrenamtlichen betreut, davon sind vier aus der
Kirchengemeinde St. Elisabeth ohne Unterbrechung schon seit sehr vielen Jahren
dabei. Sich kümmern und gemeinsam fröhlich sein - so ist die Mittwochsgruppe
auch für sie zu einem festen Anlaufpunkt geworden.
Die Räumlichkeiten sowohl in
der Suhrfeldstraße als auch in der Drakenburger Straße sind gemütlich, geräumig
und hell. Die Ehrenamtlichen kümmern sich rührend um die Gruppenmitglieder, -
einige teilweise telefonisch über die Treffen hinaus auch in der Woche. Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mittwochsgruppe wohnen teilweise in Heimen
und teilweise bei den Eltern, auch in eigenen Wohnungen, viele arbeiten in
Werkstätten des Martinshofs oder haben andere Arbeitsstellen.
Alle freuen sich immer sehr auf
das Wiedersehen und merken sofort, wenn jemand fehlt. Das Wichtigste sei ein „Offenes
Ohr“, so Johannes Dieckmann. „Wir achten aufeinander, fragen, wie es den
anderen geht, ob jemand Sorgen hat.“ Dann wird bei Bedarf gemeinsam nach
Lösungen gesucht.
Nach gemeinsamen Essen besteht
der zweite Teil des Treffens aus „Programm“: Vom Kohlessen über Vorträge und
künstlerische Darbietungen bis zur Teilnahme an Gottesdiensten. Zu Feiertagen
werden Geschenke gebastelt, und häufig wird gesungen.
„Hier erleben wir Echtheit,
Frohsinn, Herzlichkeit und Zusammenhalt“, sagt Johannes Dieckmann. Es sei
bewundernswert, wie die Teilnehmer - trotz unterschiedlichster, teilweise sehr
starker Beeinträchtigungen - ihr Leben schaffen. Beeindruckend sei auch der
Einsatz der Ehrenamtlichen über einen so langen Zeitraum, die „Selbstverständlichkeit“
ihres Tuns und das „unglaubliche Engagement“.
Im Januar 2014 besteht die „Mittwochsgruppe“ 25 Jahre.