Bremen,
20. November 2012.
Für die Altenhilfe-Einrichtungen St. Birgitta, St. Franziskus, St. Laurentius
und St. Michael wurde ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
gestellt. Träger der vier Einrichtungen ist die Caritas-Pflege
gGmbH
, eine rechtlich selbstständige Tochtergesellschaft
der Caritas Bremen. Die Pflege
gGmbH
hat den Antrag
am gestrigen Montag beim zuständigen Amtsgericht Bremen eingereicht. Das
Insolvenzgericht hat daraufhin die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
und
den
Bremer Fachanwalt für Insolvenzrecht Dr. Malte Köster aus der Kanzlei
Willmer
& Partner
zum vorläufigen
Insolvenzverwalter bestellt. Das Antragsverfahren hat auf andere Bereiche der
Caritas Bremen keine Auswirkungen. Der Caritasverband sowie die sozialen
Beratungsdienste und die Erziehungshilfe sind von der Insolvenz der
Altenhilfe-Einrichtungen nicht betroffen.
Hintergrund
des Insolvenzantrags ist die schwierige Situation innerhalb der Pflegebranche,
die zu einer wirtschaftlichen Schieflage der Caritas Pflege
gGmbH
geführt hat. Alle vier Einrichtungen kämpfen seit Jahren mit hohen Verlusten.
An den vier Standorten sind derzeit rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
beschäftigt, betreut werden rund 590 Senioren. Die Löhne und Gehälter der
Arbeitnehmer sind durch das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit bis
einschließlich Januar 2013 abgesichert.
Dr. Köster
hat noch am Tag seiner Bestellung die Arbeit im Unternehmen aufgenommen und
sich einen ersten Überblick über die wirtschaftliche Situation verschafft. Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegeinrichtungen wurden am heutigen
Dienstag über den Stand der Dinge sowie die weiteren Schritte informiert.
Wie der
vorläufige Insolvenzverwalter in einer ersten Stellungnahme mitteilte, laufen
der Geschäftsbetrieb und damit die Betreuung, Pflege und Versorgung aller
Senioren an den vier Standorten in vollem Umfang weiter.
Dr. Malte
Köster, als vorläufiger Insolvenzverwalter:
„In einem ersten Schritt haben wir die uneingeschränkte
Versorgung der Bewohner und Patienten sichergestellt. Nach einer ersten
Bestandsaufnahme ist festzuhalten, dass aus heutiger Sicht durchaus Ansätze für
eine Sanierung bestehen, auch wenn die Situation in der Pflegebranche in Bremen
alles andere als einfach ist. Wir werden in den kommenden Wochen unter dem
Schutz des Insolvenzverfahrens mit Hochdruck an der nachhaltigen Sicherung der
Arbeitsplätze und an tragfähigen Sanierungsmöglichkeiten arbeiten. Positiv zu
erwähnen sind die gute Auslastung und das hohe Qualitätsniveau der Häuser, aber
auch die frühzeitige Antragstellung, die noch Handlungsräume ermöglicht. Viele
Sanierungen scheitern daran, dass der Insolvenzantrag zu spät gestellt wird.
Das scheint bei den vier Pflege-Einrichtungen nicht der Fall zu sein.“
Martin
Böckmann, Geschäftsführer der Caritas-Pflege
gGmbH
erklärte:
„Wir haben
uns lange und mit hohem Engagement gegen die Verluste in den
Pflege-Einrichtungen gestemmt. Dabei sind wir bis an die Grenze des
unternehmerisch Vertretbaren gegangen. Letztendlich mussten wir aber erkennen,
dass die Maßnahmen nicht gereicht haben. Die Zahlen sprechen eine eindeutige
Sprache. Jede Pflegeeinrichtung benötigt eine stabile wirtschaftliche
Perspektive, auch um Qualitätsstandards zu sichern und auszubauen. Diese
Perspektive sehen wir mit Blick auf die anhaltende Verlustsituation und vor dem
Hintergrund der strukturellen Probleme innerhalb der Pflegebranche unter den
vorhandenen Voraussetzungen nicht mehr als gegeben an. Wir verbinden mit dem Antrag
auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens daher die Hoffnung auf eine Fortführung
der Pflegeeinrichtungen.“
Martina
kleine Bornhorst, Geschäftsführerin der Caritas-Pflege
gGmbH
,
unterstrich:
„Wir
danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich für ihren Einsatz
und hoffen weiter auf ihr Vertrauen. Die soziale Verantwortung für die
Mitarbeitenden und für die Heimbewohner nehmen wir sehr ernst. Wir werden eng
mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammenarbeiten und die Sanierungsbemühungen
im Rahmen unserer Möglichkeiten so weit wie nur möglich unterstützen.“
Kontaktdaten:
Vorläufiger Insolvenzverwalter:
Dr. Malte Köster
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Insolvenzrecht
als vorläufiger Insolvenzverwalter
Kontakt:
WILLMER &
PARTNER
Rechtsanwälte
Insolvenzverwalter
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28195 Bremen
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