Eine neue Oase für Bedürftige
Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe fördert Angebot der Caritas in St. Johann Foto: Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe e.V.
Mit ihrer "Johannis-Oase" hat der Caritasverband Bremen e.V. in Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Johann ein neues Angebot für Bedürftige geschaffen. In den Räumen der ehemaligen Sakristei (Hohe Straße 2, Schnoor) ist in professioneller Regie und mit viel Sinn für praktische Details eine Dusch- und Waschgelegenheit entstanden - für Obdach- oder Wohnungslose und für Menschen, bei denen das Geld nicht für Alltägliches reicht.
Neben der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe (WKB) haben sich Caritasverband und die katholischen Gemeinden in Bremen an der Finanzierung beteiligt. Den Betrieb gewährleisten Ehrenamtliche mit hauptamtlicher Unterstützung. Bürgerschaftspräsident und WKB-Vorstandsvorsitzender Christian Weber zeigte sich bei einer Besichtigung vor Ort überrascht: "Das ist alles hoch professionell", lobte er die neue Einrichtung. Mit dieser Qualität des neuen Angebots hatte er offensichtlich nicht gerechnet.
Aufgrund der umfangreichen Sanierungsarbeiten in und an der Kirche St. Johann im Schnoor waren die Räume der alten Sakristei frei für andere Nutzungen geworden. Nach sorgfältigen Umbauten bietet die neue Einrichtung Wasch- und Duschgelegenheiten, Waschmaschinen und Trockner für die Wäschereinigung, eine gemütliche Ecke für das Gespräch und für eine Tasse Kaffee während des Wartens, eine Vorratsecke für - häufig gespendete - Waschutensilien und Wäscheleihgaben. Einmal richtig Körperhygiene betreiben, einmal wieder frische Wäsche anziehen - das ist hier das Thema.
"Zu uns kommen nicht nur Obdach- und Wohnungslose, sondern auch zunehmend Menschen, denen man die Armut nicht auf den ersten Blick ansieht", sagt Cornelius Peters, Bereichsleiter Soziale Dienste bei der Caritas. "Nicht nur Bedürftige, die außer der Wäsche, die sie am eigenen Leib tragen, über keine weiteren Textilien verfügen, sondern auch Mitbürger, denen beispielsweise das Geld fehlt, die defekte Waschmaschine zuhause reparieren zu lassen, oder die schlicht Strom- und Wasserkosten einsparen müssen, da sie anders nicht zurechtkommen, erscheinen in der Johannis-Oase."
Ehrenamtliche wie Werner Kalle von der Vincenz-Konferenz sorgen für einen reibungslosen Ablauf, ein externer Reinigungsdienst gewährleistet Sauberkeit und Hygiene. Immer wieder kommt es auch vor, dass die Gäste nebenher das zwanglose Gespräch suchen, etwa mit Gemeindemitarbeiter Dieter Wekenburg, der sich gemeinsam mit Werner Kalle vor Ort engagiert.Im Schnoor gibt es bereits einige Angebote für bedürftige Menschen, bereitgestellt von der Kirche, der katholischen Gemeinde oder vom Caritasverband. "Die neue Einrichtung fügt sich sinnvoll in die vorhandene Struktur ein", sagt Cornelius Peters. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, kommen laut Peters häufig Menschen in die Oase, die zuvor nur wenig oder keinen Kontakt zu sonstigen Unterstützungsangeboten haben.
In naher Zukunft möchte Peters das Angebot ergänzen, etwa durch einen ehrenamtlichen Frisör für die Haarpflege und durch ehrenamtliche Zahnärzte, die nicht nur einmalig Nothilfe leisten, sondern auch eine oft notwendige Serie von Folgebehandlungen durchführen.
Weitere Informationen:
Nicole Woelk
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