Forschungsergebnisse gezielter in die Anwendung bringen - das ist Ziel der Initiative TCALL "Transfercluster Akademischer Lehrpflegeeinrichtungen in der Langzeitpflege" wird von Universität und Hochschule Bremen (HSB) koordiniert.
Die Initiative TCALL schafft in Bremen modellhaft eine neue, stabile Struktur für die Langzeitpflege. In Deutschland steigt die Anzahl pflegebedürftiger Menschen, während gleichzeitig der Mangel an Pflegekräften zunimmt. Vor diesem Hintergrund werden soziale, organisatorische und technische Neuerungen in vernetzten "Akademischen Lehrpflegeeinrichtungen" erprobt und evaluiert. Wenn sie sich bewähren werden sie in die Praxis implementiert, sowohl in Bremen als auch perspektivisch darüber hinaus.
Beispiele hierfür sind Pflegemanagement-Coachings für Leitungskräfte sowie sprachgesteuerte Pflegedokumentationssysteme.
TCALL wird von einem Verbund getragen, in dem die Universität Bremen und die Hochschule Bremen gemeinsam mit Praxispartnern aus der Bremer Langzeitpflege arbeiten, darunter die Caritas-Häuser St. Franziskus und St. Elisabeth. Vonseiten der Universität Bremen sind das Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM), das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) sowie das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) beteiligt; vonseiten der Hochschule Bremen das Zentrum für Pflegeforschung und Beratung (ZePB).
"Damit Innovationen in der Pflege nicht in Modellprojekten steckenbleiben, brauchen wir Strukturen, die Entwicklung und Evaluation in der alltäglichen Versorgung realisieren und damit Qualifizierung und Implementierung ermöglichen", sagt Prof. Dr. Heinz Rothgang, Hauptprojektleiter von TCALL und Professor für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung an der Universität Bremen. "Die zweite Förderphase ist für uns die Chance, wirksame Ansätze weiter zu verstetigen und in die Breite zu tragen."
Mit Blick auf die Initiative TCALL betont Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Frauen: "TCALL steht beispielhaft für den Anspruch Bremens, Innovationen nicht nur zu entwickeln, sondern auch wirksam in die Praxis zu bringen. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Pflegeeinrichtungen und regionalen Partnern schafft konkrete Verbesserungen für Pflegebedürftige und Beschäftigte gleichermaßen. Die zweite Förderphase ermöglicht es, erfolgreiche Ansätze weiter auszubauen und langfristig in der Versorgung zu verankern."